Hallo
So da ich mich jetzt länger nicht gemeldet habe werden das jetzt mehrere Posts.
Der erstes startet mit letztem Dienstag den 16. August. Da sind wir ma Vortag fortgegangen und haben Apple von den Black Eyed Peas getroffen in einem kleinen Club, war sehr lustig. Ich hab aber meine Kamera vergessen jetzt gibts leider keine Fotos sry.
Dann am Dienstag: Dort sind wir als erstes auf mal zu einer Schule gegangen um uns dort vorzustellen für die Präsentation. Ja war ne katholische Schule also haben wir alle ganze brav lange Hosen und geschlossene Schuhe angezogen. Aber natürlich war ich nur mit einem Tanktop unterwegs, war ja schließlich sehr heiß, jetzt wollten die Security Guards mich nicht mal reinlassen in die Schule. Nach langem hin und her was wir jetzt mit der Europäerin machen konnten sie sich darauf einigen das ich meine Haare öffnen musste sodass sie meine Schultern bedeckten. Die anderen musste um mich rumstehen, also Guards spielen, damit sie mich vor den Schülern verbergern da ich es ja wagte so ein Top anzuziehen... Naja war ja schonmal ein lustiger Anfang für den Tag. Die Vorstellung lief ganz gut und diese Woche haben wir dann auch präsentiert in der Schule.
Aber weiter an diesem Tag. Chris war ja sehr erpicht darauf in die ärmeren Gegenden von Manila zu schauen aber da kann man natürlich nicht alleine hingehen und schon gar nicht als "Weißer". Die Aiesecer hier kennen ein paar Studenten die in einer ehrenamtlichen Organisation arbeiten - diese Organisation besteht aus Mitgliedern die mind. einmal in der Woche in verschiedene Bereiche schauen, also zB wir sind mit ein paar in den Distrikt "Park Seven" gegangen. Die Studenten gehen dort hin und reden mit den Leuten, schauen das es ihnen halbwegs gut geht, organisieren Seminare gemeinsam mit der Kirche damit sich die Frauen dort etwas dazuverdienen können. zB letzte Woche war ein Seminar über Gartenanbau, aber ist natürlich schwierig hier in Manila da alles verbaut ist, jetzt denken sie über sogeannte Hängende Gärten nach. Ist aber natürlich schwierig auch von der finanziellen Seite.
Naja weiter im Text. Wir sind dorthin gegangen und am Anfang waren wir ein bisschen unsicher da in dieser Gegend nur große Häuser bzw. Villen standen und es sehr schön dort war. Dann haben uns die Studenten erklärt das es dort immer verzeinzelt Parks für die Leute gegeben hat. Da aber die High Society natürlich nicht ohne "Helper" sprich Dienstboten leben kann musste die auch wo leben und die haben sich dort in den Parks angesiedelt. Nach einigen Jahren sind diese Parks zu Slums geworden. Deswegen der Name Park Seven. Ist schon lustig wenn man bei einer Villa vorbeigeht und dann ein Gitter hindurch und man ist in einer total anderen Welt. Die Leute dort haben uns gleich mal ganz nett begrüßt und waren echt lustig. Ganz anders als ich mir das vorgestellt hatte. War natürlich ein bisschen komisch am Anfang hab auch meinen ganze Schmuck usw runtergegeben weil ich mir echt nicht wohl dabei vorgekommen bin. Aber es hat wirklich überhaupt keine Probleme gegeben.
Wir sind also da durchgegangen und es ist echt Wahnsinn wo diese Leute leben. Eine Blechhütte nach der anderen und die Duschen bzw. Toiletten sind einfach ein Verschlag für ca. 50 Leute.... ein kleiner Fluß ist auch durchgegangen dort und man musst immer über Holzbretter drüberklettern um auf die andere Seite zu gelangen. Der Fluß war natürlich nicht sauber, extrem dreckig und mit einem sehr nachhaltigen Geruch... War traurig das zu sehen, dieser ganze Müll hier in dieser Stadt, einfach dort hingeworfen wo man gerade steht. Wenn ich hier durch Manila durchgehe schäme ich mich meistens zu der Rasse Mensch zu gehören, den in dieser Stadt wird auf Umwelt bzw. Nachhaltigkeit sprichwörtlich "geschiessen". Die ganzen Flüsse und auch wenn man ans Meer, Manila Bay sozusagen die Bucht, kommt hier sind so verdreckt mit Chemikalien und Müll das ist echt traurig.
Okay aber wieder zurück zu Park Seven. Die Leute haben uns alle immer sehr nett begrüßt und waren ganz angetan das wir sie besuchen und uns für sie interessieren. Die haben echt fast gar nichts zum Leben. Der Geruch war teilweise echt untragbar. Aber die Frauen schauen schon das es halbwegs sauber ist, also vor deren Haustür räumen sie so gut es geht zusammen aber ja alles kann man natürlich auch nicht wegbringen. Wir sind dann auch von einer Frau in ihre "Wohnung" eingeladen worden. Wow also das war eine sehr eindrucksvolle Erfahrung. Das ganze war eine Blechhütte unter vielen, also Wand an Wand, die nicht mal wirklich dicht war,also wenn es regnet hat es durch die Ritzen geregnet. Und es war ein Raum der ca. kleiner als mein Zimmer in Linz ist. Dort war alles drin, Spüle, Bett usw. Und es wohnen dort SECHS Leute drin. Einge ganze Familie, Eltern mit vier Kindern. Die Kinder schlafen zusammengequetscht auf dem Bett (ich bin drauf geseßen, das war einfach nur Holz mit einer Decke darüber) und die Eltern am Boden. Das vielleicht bizarrste ist das der Vater sogar arbeitet, als Postler in einem Geschäftsgebäude, jedoch dort sowenig verdient das es nicht zu mehr reicht. Die Kinder haben gerade für die Schule was gemacht, jedoch ist die Schule die dort ist von dem Staat, dh auf mehr als hundert Kinder kommt ein Lehrer und es ist eine sehr schlechte Ausbildung. Die Kinder gehen dann meistens mit zehn von der Schule ab und gehen betteln bzw. Sachen verkaufen. Ist ein Teufelskreis hier aus dem man nicht rauskommt. Die Studenten versuchen wie gesagt das Beste was sie können, geben den Kindern Nachhilfe usw. Aber die meisten können sich hier nicht die High School mit den Büchern usw für die Schüler leisten. Das heißt ein entkommen ist schwer. Und die Mütter müssen den ganzen Tag im "Haus" bleiben um auf die Kinder aufzupassen und deren Sachen. Ein paar der Frauen halten sich mit kleinen Dingen über Wasser, dh Pediküre für ihre Nachbarinnen zu machen, das ist so ziemlich das was den Frauen sehr viel bedeutet. Auch wenn sie zerrissene Sachen tragen können sie sich ihre Nägel billig machen lassen :-) find ich irgendwie toll.
Ja wir sind dann weiter durchgegangen und haben mit den Kindern gespielt. Also es war ein sehr eindrucksvoller Nachmittag, ich habe Bilder online stellt. Hat mich zum Nachdenken angeregt, da ich mich auch schon über Sachen hier beschwert habe die wenn ich sie jetzt im Nachhinein betrache doch sehr belanglos sind. Das was mich am meisten geschockt hat in Park Seven war diese Aussichtslosigkeit auf eine bessere Zukunft, die meisten Kinder dort erwartet das gleiche wie Schicksal wie das ihrer Eltern, die werden nie die Welt sehen oder einfach nur ins Kino gehen usw.....
Und ich rege mich schon auf wenn ich am Wochenende nicht zum Fortgehen komme.....
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